Himmelwärts
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Himmel
(Markus 10, 17-22) |
Du warst so lange still, hast nie gefragt,
immer mitgespielt, nie gefragt,
belanglos diskutiert, mit angepackt,
nie etwas gespürt und nichts gewagt.
Und dann bricht es heraus wie ein altes Geschwür,
das lang' schon die Seele zerfrißt.
Dein gewohntes Gesicht, es gehört nicht mehr dir,
du weißt nicht mehr, wo dein Zuhause ist.
Ich will dir so gerne den Himmel aufreißen
und endlich dem Schmerz deiner Seele beweisen,
daß dein Lachen noch lang nicht gestorben ist,
auch wenn dein Gesicht es schon lange vermißt.
Du warst so lange still, stets gut versteckt,
immer etwas kühl und so perfekt,
bewußt sehr reserviert, auf Distanz bedacht,
Gefühle unberrührt - gut bewacht.
Und dann wacht er auf, dieser Zweifel daran,
daß dir dieser Käfig gefällt.
Die Bitterkeit wächst, zieht dich in ihren Bann,
und hält dich gefangen in deiner Welt.
Ich will dir so gerne den Himmel aufreißen
und endlich dem Schmerz deiner Seele beweisen,
daß dein Lachen noch lang nicht gestorben ist,
auch wenn dein Gesicht es schon lange vermißt.
Text: Christian Stäbler
Musik: Hans-Joachim Eißler/Christian Stäbler
(p) 1993 ARARAT © 1993 Pila Music