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23ème Festival International du Film Francophone Tübingen 2006
23. Französische Filmtage Tübingen 1.-8.11.2006
Kommentare und Empfehlungen
| La consultation Hélène de Crécy, F 2006 |
| Der Film schildert die Bandbreite des Arbeitslebens
eines Allgemeinmediziners vom Säugling bis zur Greisin. Er ist dabei nie langweilig,
und nur selten wird in die Intimsphäre der PatientInnen in unangenehmer Weise eingedrungen.
In den Augen des Arztes, der auch Gelegenheit zu reflektierenden Wortbeiträgen erhält, geht die Arbeit des Allgemeinmediziners weit über die Behandlung physischer Krankheiten hinaus. Bei einem guten Teil der dargestellten Fälle ist er gezwungen, sich als Erzieher, Sozialarbeiter, Tröster und Berater zu betätigen. Vor allem Furcht vor den Zumutungen des Lebens und Orientierungslosigkeit sind es, die diese Menschen krank machen und dazu treiben, die Lösung ihrer Probleme in der (medikamentösen) Behandlung zu suchen. Ein interessanter Einblick insb. für ZuschauerInnen, die selbst nur zum Arzt gehen, wenn sie „wirklich krank“ sind. |
| 1.11.2006, 11.00, Arsenal, 90 min, OmeU |
| Bamako Abderrahmane Sissako, F/Mali 2006 |
| Der Film versucht, exemplarisch einen Gerichtsprozeß
des afrikanischen Kontinents gegen die Weltwirtschaft darzustellen. Er inszeniert dies im
realen Umfeld eines afrikanischen Hofes, in dem nebenher das 'ganz normale Leben' abläuft.
Deutlich wird, wie hilflos Afrika gegenüber der Weltmacht der multinationalen Konzerne und der ihnen verbundenen Organisationen (Weltbank, IWF, WTO, G8) ist, etwa wenn diese die Aufgabe bewährter Strukturen und Konzepte durchsetzt und so die Zerstörung der Infrastruktur erzwingt. (Berechtigt ist allerdings die Frage, ob europäische BürgerInnen so viel mehr Möglichkeiten haben, auf diese Vorgänge – hier wie dort – Einfluß zu nehmen.) Leider läßt der Film wie die dargestellte Gerichtsverhandlung oft keinen roten Faden erkennen; die Botschaft wird in ihrer Radikalität erst durch die hervorragenden Plädoyers zweier AnwältInnen gegen Ende des Films deutlich. In diesem Punkt ist die „Dokufiction“ unnötigerweise zu dokumentarisch geraten. |
| 1.11.2006, 13.00, Arsenal, 115 min, OmdU |
| Paris, je t'aime F 2006 |
| Ihre Liebe für die Stadt Paris in ihrer Vielfältigkeit gestehen 20 bekannte und weniger bekannte Regisseure,
indem sie unterschiedlichste Ansichten und Genres jeweils auf wenige Minuten reduzieren.
In dem Potpourri von Kurzgeschichten finden sich vor der bildschönen Kulisse verschiedener Pariser Orte
ein Clown und eine Vampirin, eine Briefträgerin aus Denver, Mord und Totschlag,
Paare in verschiedenen Phasen ihrer Beziehung, lebensüberdrüssige und fröhliche Menschen und selbst ein wenig Erotik.
Die traurigen, fröhlichen und nachdenklichen Geschichten folgen unmittelbar aufeinander, so daß die Zeit nicht bleibt, sie alle zuendezudenken; auch wird der Film dadurch trotz seiner Länge nicht langweilig. Ein kleiner Wermutstropfen: Viele der Beiträge sprechen Englisch statt Französisch. |
| 1.11.2006, 15.00, Arsenal, 110 min, OmdU |
| La vraie vie est ailleurs Frédéric Choffat, F/CH 2006 |
| Der Film zeigt drei ganz unterschiedliche Paare, die sich in einer Nacht zufällig treffen, für eine kurze Episode aus ihrem normalen Leben herausgerissen und miteinander verbunden werden. Lustig, melancholisch, märchenhaft. |
| 2.11.2006, 11.00, Arsenal, 84 min, OmdU |
| Quand j'étais chanteur Xavier Giannoli, F 2005 |
| Gérard Depardieu spielt einen einsamen gealterten Sänger,
dessen Familie aus seiner Exfrau, die auch seine Managerin ist, und deren Partner besteht.
Als er an einem Konzertabend im Gefolge einen alten Freundes die junge Marion enteckt und kennenlernt,
wird sie zu seiner Chance, daß sein Leben noch einmal Farbe gewinnt. Auch sie findet den romantischen Sänger interessant.
Der Film zeigt die Geburtswehen einer Beziehung, die so nicht vorgesehen ist,
bei der eigentlich nichts paßt, und doch ...
Allein die Musik macht diesen Film sehenswert. |
| 2.11.2006, 11.00, Arsenal, 112 min, OmdU |
| Barakat! Djamikla Sahraoui, F/ALG 2006 |
| Ein schneller Hinweg mit dem Auto, ein langsamer Rückweg zu Fuß und auf dem
Eselskarren, aus der Stadt aufs Land und zurück in die Stadt, das sieht zuschauerIn in diesem Film.
Dabei lernt auch die junge Ärztin Amel ihr Land ganz neu und anders kennen.
Angesichts der wunderbaren Bilder tritt die Geschichte um den entführten Ehemann und die Unsicherheit in einem von Krieg und Radikalismus geschlagenen Land in den Hintergrund. |
| 2.11.2006, 11.00, Arsenal, 95 min, OmdU |
| Wesh-wesh qu'est qui se passe? Rabah Ameur-Zaïmeche, F 2001 |
| Eine relativ standardmäßige Abhandlung aller bekannten Klischees aus den Banlieues: Drogenhandel, Gewalt und polizeiliche Willkür, Perspektivlosigkeit. Sicher ein guter Einblick für Menschen, die die Situation in den Banlieues noch nicht kennen oder sich nicht vorstellen können. Für Leute, die die Situation aus Filmen der letzten Jahre und den Nachrichten kennen, eher überflüssig. |
| 2.11.2006, 11.00, Atelier, 83 min, OmdU |
| Enfermés dehors Albert Dupontel, F 2000 |
| Die Art, wie die Hauptperson unablässig gefährliche Situationen übersteht, erinnert an Zeichentrickserien. Am Rande übt der Film etwas Sozialkritik und spottet über die Obrigkeitshörigkeit vieler Menschen. Oft mainstreamartiger Klamauk, viele Special Effects. |
| 2.11.2006, 11.00, Museum 1, 88 min, OmeU |
| L'esquive Abdellatif Kechiche, F 2003 |
| Ein langsam erzählter Film, der zwar in den Banlieues spielt,
jedoch alltägliche Beziehungskonflikte zwischen Jugendlichen darstellt.
Lediglich ein eher aufgesetzt wirkender Übergriff einer Polizeitruppe gegen die Jugendlichen,
als diese gerade ein klärendes Gespräch führen, erinnert an den Schauplatz der Geschichte.
Ein schöner Film, aber kein sozialkritische Studie. |
| 2.11.2006, 11.00, Studio, 117 min, OF/OmdU |
| Sept ans Jean-Pascal Hattu, F 2006 |
| Maïté liebt Vincent, aber dieser sitzt erstmal für sieben Jahre im Gefängnis.
Er provoziert oder schickt Jean, einen mit ihm befreundeten Wärter, um ihn bei seiner Frau zu „vertreten“, ohne daß diese diesen Hintergrund kennt.
Sie ist zwischen ihrer Sehnsucht nach einem Partner, als der sich Jean anbietet, und der Treue zu ihrem Mann hin- und hergerissen,
Schließlich zieht sie den beiden Männern das Kind einer Freundin, das sie betreut, vor und entflieht in den Urlaub.
Nebenher erhält zuschauerIn Einsichten in das Gefängnisleben.
Unaufwendig, bisweilen schön gestaltet, aber leider keine originelle Geschichte. |
| 3.11.2006, 11.00, Arsenal, 86 min, OF |
| Le passager Eric Caravaca, F 2005 |
| Der Tod von Richard, der die Handlung des Filmes auslöst,
überschattet diesen bis hin zur Farbgestaltung, die immer trüb und traurig gerät.
Thomas, der sich von seinem Bruder wegen schlimmer Kindheitserinnerungen abgewandt hat,
lernt diesen und sein späteres Leben nachträglich kennen und ist gezwungen, sein einseitiges Bild
zu korrigieren und sich den Erinnerungen zu stellen.
Ein langsam erzählter Film, der den Heilungsprozeß nach dem Tod eines nahestehenden Menschen ausführlich darstellt. |
| 3.11.2006, 13.00, Arsenal, 85 min, OmeU |
| Pardonnez-moi Maïwenn Le Besco, F 2005 |
| Zentrum dieses Filmes sind die traumatischen Erfahrungen, die Violettes ganzes Leben blockieren.
Die Kamera, mit der sie in ihre Familie eindringt, gibt ihr die Macht, dem Vater entgegenzutreten, der sie als Kind mißhandelt hat,
und von ihm Bedauern für sein Fehlverhalten einzufordern.
Der Film zeigt aber auch ihre Geschwister, die ihren Vater offenbar anders erlebt haben.
Ein sehr intensiver und emotionalisierender Film, der Bewußtsein für eine oft verschwiegene Problematik zeigt. |
| 3.11.2006, 15.00, Arsenal, 88 min, OmeU |
| Arlit, 2ème Paris Idrissou Mora-Kpai, F/Benin 2005 |
| Ein Dokumentarfilm, der die Stadt Arlit im Niger, zeigt, die einmal dazu bestimmt war, das Paris Mittelafrikas zu werden, das aber nie erreicht hat, vor allem aber die BewohnerInnen und ihre Erfahrungen mit dem Uranabbau und seinen gesundheitlichen Folgen. Der Film zeigt kaum afrikanisches Ambiente, sondern im wesentlichen Interviews. Er dient der Aufklärung über die radioaktive Gefahr, die in Arlit weitgehend ignoriert oder unterschätzt wird. |
| 3.11.2006, 18.00, Museum 2, 78 min, OmdU |
| J'ai vu tuer Ben Barka Serge Le-Péron, F 2005 |
| Für ZuschauerInnen, denen der politisches Skandal von 1965 nicht geläufig ist,
erschließen sich Thematik und Anspielungen dieses Filmes, in dem immerhin Marguerite Duras dargestellt wird,
erst gegen Ende. Der Regisseur hat die Vorfälle aus allen zahlreichen Quellen rekonstruiert und will so einen
Skandal der 60er Jahre endlich aufklären.
Erschreckend ist, daß ein kleiner nicht einmal sehr geschickter Gauner es bewerkstelligen konnte,
die geistigen Größen seiner Zeit als Köder für einen ihm ebenfalls überlegenen Politiker von Weltrang auszulegen
und diesen so den gegen ihn verschworenen Seilschaften aus Geheimdiensten und Polizei auszuliefern.
Geeignet insbesondere für Leute, denen der Name Ben Barka überhaupt etwas sagt. |
| 3.11.2006, 19.30, Museum 1, 101 min, OmdU |
| Un dimanche à Kigali Robert Favreau, Quebec 2006 |
| Nach Sometimes in April ist dies ein weiterer Film, der die Ereignisse um den Völkermord in Ruanda 1995 aufgreift.
Auch wenn dieser Film im Vergleich zu Sometimes in April weitaus weniger häufig Gewalt zeigt
und sich auf die sich entwickelnde Beziehung zwischen dem Filmemacher Bernard und der Kellnerin Gentille einerseits,
seine Suche nach ihr nach dem Krieg andererseits, konzentriert, ist er nicht weniger grausam.
Leichen seiner FreundInnen pflastern Bernards Weg, einer seiner Mitarbeiter wird zum hämischen Feind,
und sowohl seine Botschafterin wie auch die UNO legen wie bekannt die Hände in den Schoß.
Obwohl der Film sich auf die Liebesbeziehung der beiden ProtagonistInnen konzentriert, wird er nie kitschig. Bisweilen anstrengend sind die raschen Wechsel zwischen den Szenen aus 'Vergangenheit' und 'Gegenwart', die allerdings das Verständnis erleichtern. Gegenüber Sometimes in April stellt dieser Film nur einen Ausnahmefall dar, denn der Film spielt im privilegierten Milieu der westlichen AusländerInnen, denen überhaupt Handlungs- und Fluchtmöglichkeiten blieben. |
| 3.11.2006, 22.00, Museum 1, 118 min, OmeU |
| Changement d'adresse Emmanuel Mouret, F 2006 |
| Ein süßer, lebensfroher Film mit viel Komik. Die offene und fröhliche Anne
sucht einen Mitbewohner, der eher zurückhaltende Hornist David sucht günstigen Wohnraum, die beiden
verstehen sich, und so ist die WG geboren. Mit Chancen auf mehr, doch Anne hat einen Schwarm,
und David verliebt sich in seine Musikschülerin Julia. Aber dann kommt der Macho und
Restaurantbesitzer Julien ins Spiel, der Julia für sich gewinnen kann ...
Eine romantische Komödie über Liebe und Freundschaft. |
| 4.11.2006, 11.00, Arsenal, 85 min, OmeU |
| Les amitiés màlefiques Emmanuel Bourdieu, F 2006 |
| Der von sich selbst überzeugte Literaturstudent André schart eine Gruppe von
KommilitonInnen um sich und nötigt sie, seinen extremen Ansprüchen und Ansichten zu genügen.
Dies hat positive und negative Konsequenzen für sie; André tut seine Überheblichkeit jedoch nicht gut.
Kritisch ist das Frauenbild des Filmes zu sehen: die Kommilitoninnen sind Begleiterinnen, Freundinnen, Partnerinnen, in der Darstellung des Filmes bzw. in der Gruppe nicht ebenbürtig. Der Film ist in der Gegenwart angesiedelt, spielt jedoch in einem antiquiert wirkenden Studierendenmilieu. |
| 4.11.2006, 13.00, Arsenal, 107 min, OmeU |
| Chronique d'une banlieue ordinaire Dominique Cabrera, F 1992 |
| Der Dokumentarfilm von 1992 begleitet die ehemaligen BewohnerInnen eines Vorstadt-Wohnturmes durch ihre ehemaligen Wohnungen, läßt sie von ihren Erinnerungen und Empfindungen erzählen. Die Massenquartiere wurden zu Beginn als erfreuliche moderne Neuerung empfunden und waren nicht von vornherein daraufhin angelegt, Ghettos der sozial Schwachen zu werden. |
| 4.11.2006, 15.00, Arsenal, 61 min, OmeU |
| Ça brûle Claire Simon, F 2006 |
| Das schwierige Alter der Pubertät wird hier ähnlich wie in Filmen von Jacques Doillon behandelt.
Die frustrierte 15jährige Livia muß ihren Urlaub anders als vereinbart auf dem Dorf verbringen,
in dem im Sommer noch weniger also sonst los ist. Als sie noch ihr Pferd abgeben muß,
stürzt sie sich endgültig auf den Feuerwehrmann Jean. Dieser hat Frau und Kind
und zeigt wenig Interesse an seiner Verehrerin. Sie wendet deshalb immer extremere Methoden an,
um ihn auf sich aufmerksam zu machen …
Eine sehenswerte wenn auch überzeichnete Studie jugendlicher Obsession. |
| 4.11.2006, 17.30, Atelier, 84 min, OmeU |
| Mon frère se marie Jean-Stéphane Bron, F/CH 2006 |
| Ein tragikomischer Film über eine Farce, die am Ende zur Heilung beiträgt.
Die schweizer Familie des adoptierten Vinh versammelt sich nach Jahren des Auseinanderlebens,
um seiner leiblichen Mutter die heile Welt der schweizer Familie vorzuspielen.
Indem der Film auch die Verletzungen, die die Familie getrennt haben, nicht ausblendet,
vermeidet er, in billige Komik abzugleiten.
Unterhaltsam und sehenswert, nicht völlig frei von Tiefgang. |
| 4.11.2006, 20.00, Museum 1, 95 min, OmeU |
| La tourneuse des pages Denis Dercourt, F 2006 |
| Aus dem Stoff für einen Psychothriller macht der Regisseur einen vergleichsweise gefälligen Erzählfilm: Die Protagonistin setzt zu keinem Zeitpunkt, etwa in einem unbeobachteten Augenblick, ein diabolisches Lächeln auf, nicht einmal als sie ihr Ziel erreicht hat. Nur in den präzisen Vorbereitungen ihrer Intrige ist als die Getriebene zu erkennen, deren ganzes Handeln nur das eine Ziel hat, sich für ihr mißlungenes Leben zu rächen. |
| 4.11.2006, 22.15, Atelier, 85 min, OmdU |
| Pingpong Matthias Luthardt, F 2006 |
| Paul besucht die Familie seines Onkels, die darauf zwar recht wenig Lust hat,
aber auch nichts dagegen einwenden kann – und sich wohl auch nicht dazu aufraffen könnte.
Paul versucht, sich mit seinem abweisenden Cousin Robert anzufreunden,
außerdem renoviert er den verfallenen Swimmingpool der Familie.
Der Film ist wenig originell, vieles ist vorhersehbar. |
| 5.11.2006, 11.30, Arsenal, 89 min, OmeU |
| Je vous trouve trés beau Isabelle Mergault, F 2006 |
| Der kürzlich verwitwete Bauer Aymé sucht dringend eine Frau,
allerdings geht es ihm nur um eine helfende Hand auf seinem Bauernshof.
Über eine Heiratsvermittlung lernt er die Rumänin Elena kennen, die alles tun würde, um von dort wegzukommen
– sie bemüht sich sogar, den schrulligen Alten zu lieben, der sich dem aber verweigert.
Die junge Frau paßt so gar nicht zu seinem Stil, und er würde sich auch wegen des Altersunterschiedes nicht wohlfühlen.
Alles kommt, wie es kommen muß; der Film ist witzig, romantisch – und vorhersehbar. |
| 5.11.2006, 13.00, Arsenal, 97 min, OmdU |
| Bab el Web Merzak Allouache, F 2006 |
| Bouzid lädt seine französische Internetfreundin Laurence nach Algerien ein,
reißt sich Arme und Beine aus und um sie zu bewirten und gut zu unterhalten,
doch auch sein ruhiger Bruder Kamel interessiert sich für den gutaussehenden Gast.
Und sie hat in Algier ebenfalls andere Pläne als Bouzid sich vorgestellt hat.
Eine romantische Komödie über zwei liebenswerte Trottel und eine schöne Frau. Leider kaum realistisch, auf die Darstellung Nordafrikas wird weitgehend verzichtet. Technisch ein eher europäischer Film, der gut unterhält, aber kaum Probleme aufzeigt oder zum Nachdenken anregt. |
| 5.11.2006, 17.30, Atelier, 115 min, OmeU |
| Cœurs Alain Resnais, F 2006 |
| Mehrere Menschen mittleren Alters durchstreifen und durchleben
ein wintergraues Paris der Gegenwart, stets auf der Suche nach Zuneigung und Nähe,
aber am Ende bleiben doch alle allein.
Der Film ist ein Manifest gegen die Einsamkeit, eine Klage gegen die menschliche Vereinzelung. Er bietet keine Lösungen an, sondern stellt nur das Problem eindrücklich dar. Die wenigen Lichtblicke läßt er scheitern. |
| 5.11.2006, 19.30, Museum 1, 120 min, OmdU |
| La raison du plus faible Lucas Belvaux, F 2006 |
| Ein spannender Krimi um eine Verzweiflungstat sozialer Absteiger,
der damit beginnt, daß ein Motorrad den Geist aufgibt.
Wie in seiner Trilogie setzt Lucas Belvaux, der auch wieder selbst eine Hauptrolle übernommen hat – die des nachdenklichen und sympathischen (Ex-)Kriminellen – Musik und eindrückliche Bilder ein, um sowohl die Ausgangslage als auch die erhoffte Lösung nachvollziehbar zu machen. Deutlich wird auch, wie erniedrigend der soziale Abstieg für die betroffenen Männer ist, die einem klassischen Rollenbild anhängen. |
| 5.11.2006, 22.00, Museum 1, 116 min, OmeU |
| Mémoire en déntention Jillali Ferhati, F 2006 |
| Eine besondere Art des Roadmovies, in dem der junge Zoubeir anhand einiger alter Adressen versucht, dem alten ehemaligen Mithäftling Mokhtar dazu zu verhelfen, sein verlorenes Gedächtnis wiederzufinden. Eine zweite (wenig überzeugende) Storyline läßt eine alte Freundin Mokhtars auf offiziellen Wegen nach ihm suchen – am Ende treffen die beiden aufeinander. |
| 6.11.2006, 16.00, Arsenal, 94 min, OmfU |
| Riviera Anne Villacèque, F 2006 |
| 6.11.2006, 18.00, Museum 1, 94 min, OmeU |
| El Manara Belkacem Hadjadj, F 2006 |
| 6.11.2006, 20.00, Atelier, 93 min, OmeU |
| Vénus et Fleur Emmanuel Mouret, F 2006 |
| 6.11.2006, 22.00, Museum 2, 80 min, OmeU |
herausragend,
gut,
durchschnittlich,
nicht überzeugend,
schlecht
OmeU = Original mit englischen Untertiteln,
OmdU = Original mit deutschen Untertiteln,
OmfU = Original mit französischen Untertiteln,
OF = Originalfassung,
DF = deutsche Synchronfassung